Pressemitteilung des Ältestenkreises der Lukasgemeinde zum 4. Advent
Rückblick
Seit drei Jahren wendet sich die Lukasgemeinde gegen die feste Absicht des Kirchengemeinderats Weinheim, des Bezirkskirchenrats und der Kirchenleitung der Evangelischen Landeskirche in Baden, die beiden Weststadtgemeinden Lukas und Markus zu einer Gemeinde mit annähernd sechstausend Gemeindegliedern mit Sitz an der Markuskirche zu fusionieren.
Gerichtsbescheid
Im Oktober traf der Gerichtsbescheid des kirchlichen Verwaltungsgerichtshofes Hannover ein, der besagt, dass kein Kirchengericht für die Klage der Lukasgemeinde gegen die Fusion aufgrund von falschen Voraussetzungen und Verfahrensfehlern zuständig ist. Inhaltliche Argumente wurden nicht geprüft. Das schafft nicht die notwendige Überzeugung und den inneren Frieden bei der Lukasgemeinde, in Kirche und Stadt.
Kirchengemeinderatssitzung
In die Kirchengemeinderatssitzung am 28. 11. 11 gingen die Lukasältesten mit begründeter Hoffnung, dass die Lukasgemeinde in ihrem Gemeindezentrum weiterbestehen kann und dass diesem inständigen Wunsch in der großen Kirchenfamilie im November 2011 eher Rechnung getragen werden kann als vor 3 Jahren. Aufgrund der seit 2008 stark verbesserten Finanzsituation der Kirchengemeinde Weinheim und der außergewöhnlich hohen Rücklagenbildung innerhalb der letzten zwei Jahre, die in der o. g. Sitzung auf an die 3 Millionen Euro beziffert wurden, hoffte man bis zur Märzsitzung des Kirchengemeinderats nachweisen zu können, dass die Fusion aus finanziellen Gründen gar nicht mehr notwendig sein würde.
Alle Anträge der Lukasältesten wurden jedoch abgelehnt. Es wurde festgestellt, dass die Fusion mit dem Gerichtsbescheid vom kirchlichen Verwaltungsgericht in Hannover vollzogen sei und gleich beschlossen, dass bis zur Märzsitzung der Zeitplan für die Fusion zu erarbeiten wäre. Bis November 2013 solle diese abgeschlossen sein. Dekan Rainer Heimburger verkündete, dass die beiden Ältestenkreise Markus und Lukas sich ab Januar 2012 gegenseitig ihre Sitzungsbeschlüsse vorzulegen hätten. Er stellte den Lukasältesten jedoch in Aussicht, dass die von der Gemeinde am meisten gefürchtete Veräußerung der Lukaskirche nicht zwingend erfolgen müsse, wenn die fusionierte Großgemeinde die Räume benötige und diese finanziell schultern könne. Erst gegen Ende des Fusionsprozesses müsse die Gebäudefrage angedacht werden.
Ausblick
Die Lukasgemeinde befindet sich derzeit in einer Art Schockzustand: Nach der Kirchengemeinderatssitzung griffen Fassungslosigkeit, Trauer und Sprachlosigkeit um sich. Die meisten engagierten Gemeindeglieder wollen die Erfolglosigkeit aller Bemühungen nicht wahrhaben und wissen nicht, was im neuen Jahr auf die Gemeinde zukommen wird. Im Pfarramt treffen Kirchenaustrittsmeldungen von bisher engagierten Ehrenamtlichen ein, was die Gemeindeleitung seit langem befürchten musste und was sehr schmerzt. Angesichts alledem haben die Kirchenältesten vereinbart, folgenden Weg zu gehen:
Ab Januar 2012 werden sie sich in Fusionsverhandlungen dafür einsetzen, dass sich die zukünftige Großgemeinde zu einer attraktiven christlichen Gemeinschaft entwickeln kann, die für die Menschen in der Weststadt da ist und zur Erneuerung, Versöhnung und Zukunftsfähigkeit der Kirchengemeinde Weinheim beiträgt. Dabei soll all das mit einfließen, was Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren bis heute in der Lukaskirche wertschätzen:
Die Lukasgemeinde versteht sich als einladende Gemeinde mit niederschwelligen Angeboten, was besonders rund um die Gottesdienste erlebbar ist, beispielsweise bei alkoholfreien Abendmahlsfeiern mit Einzelkelchen oder bei Abendgottesdiensten in besonderer Atmosphäre. Ihr diakonisch-seelsorgliches Profil findet unter anderem ihren Ausdruck in vielen Besuchen bei Gemeindegliedern, sowie auch in der weihnachtlichen Päckchenaktion für Menschen mit geringem Einkommen. Darüber hinaus ist das Gemeindezentrum Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bewahrung der Schöpfung, die sich unter anderem in den Lukas- Leitlinien für Einkauf und Bewirtung ausdrückt: Es werden bevorzugt umweltfreundliche Produkte und Lebensmittel aus regionalem Bioanbau und aus fairem Handel verwendet.
Schon seit vielen Jahren pflegt die Lukasgemeinde ganz bewusst gute ökumenische Nachbarschaftsbeziehungen zu den Nachbargemeinden in der Weststadt, die auch in Zukunft weitergeführt werden sollen.
Stellen
Der Ältestenkreis verlässt sich darauf, dass die Zusage von Dekan und Kirchenleitung eingehalten werden wird, dass die ganze Pfarrstelle und die halbe Gemeindediakonenstelle, sowie die Stellen der Pfarramtssekretärin und der Kirchendienerin in bisherigem Umfang erhalten bleiben. Dabei ist die Pfarrstellenbesetzung das dringlichste Anliegen der Gemeindeleitung. Derzeit versieht Pfarrvikarin Martina Ade in sehr engagierter und vertrauensvoller Weise alle seelsorglichen Aufgaben. Ihr Probedienst wird im Sommer 2012 enden. Der Ältestenkreis und die Gemeinde würden es sehr begrüßen, könnte diese allseits geschätzte, gute Zusammenarbeit auch in der zukünftigen Großgemeinde darüber hinaus eine Fortsetzung finden.
Gebäude
Die Ältesten gehen davon aus, dass 2012 und 2013 Gottesdienste, Gemeindeveranstaltungen und Gruppentreffen weiterhin in der Lukaskirche stattfinden können und dass das Lukaspfarramt bis dahin als Anlaufstelle für Gemeinde und Nachbarschaft ebenfalls erhalten bleibt.
Ältestensitzungen
Für ein zukünftiges, gemeinsames Leitungsgremium der Großgemeinde ist den Lukasältesten eine paritätische Besetzung zugesagt worden. Die Bildung dieses Gremiums strebt der Lukasältestenkreis bereits für Januar 2012 an, da Anfang des neuen Jahres der Moderator für die Gemeindeberatung ausgesucht werden muss.
Die Gemeindeleitung vertraut fest darauf, dass sich durchsetzen wird, was in der Jahreslosung 2012 verheißen wird: „Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (1. Korintherbrief). Sie wünscht allen Weinheimer Bürgerinnen und Bürgern eine frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen im Neuen Jahr und bedankt sich sehr herzlich für die vielfältige Unterstützung innerhalb und außerhalb der Gemeinde. Auch in diesem Jahr gibt es wieder die beliebten Weihnachtsgottesdienste in der Lukaskirche: An Heilig Abend findet um 15.30 Uhr der Familiengottesdienst mit Krippenspiel statt, um 18 Uhr die Christvesper und um 22 Uhr die Christmette. Der Abendmahlsgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag beginnt um 10 Uhr und wird von der Evangelischen Singgemeinde mitgestaltet.
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